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Kinder mit verschiedenen Baumaterialen aus Knete

Werkstattarbeit

Von Philip Behrend12.04.2021

Bei der Werkstattarbeit geht es darum Kindern die Möglichkeit zu geben in ästhetischer, naturwissenschaftlicher und architektonischer Form zu arbeiten, zu experimentieren und sich künstlerisch zu betätigen. 

Entwicklung in den 1980er Jahren

Der Ansatz der Werkstattarbeit wurde zusammen mit dem offenen Konzept in den 1980er Jahren in Deutschland entwickelt. Die Ursprünge sind dennoch in der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts zu finden. So setzen sich schon Maria Montessori oder Célestin Freinet für mehr künstlerische und naturwissenschaftliche Betätigung der Kinder ein.  Zentrales Dogma der Werkstattarbeit ist – wie in der Reformpädagogik auch - Kinder eigenständige Erfahrungen machen zu lassen und sie dabei  gleichzeitig als komplette und einzigartige Persönlichkeiten wahrzunehmen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Für die Kinder soll ein Raum geschaffen werden, der ihnen vielfältige Bildungsprozesse ermöglicht, in dem sie selbstständig mit unterschiedlichen Materialien experimentieren und arbeiten können: Die Werkstatt. 

DIE Werkstatt – pädagogischer Raum zum Erleben & Lernen

Die Werkstatt stellt einen realen Raum in einer Kita dar. Ein Werkstattraum sollte dabei, so angeordnet sein, dass die Materialien leicht ausgetauscht werden können. Gleichzeitig sollte eine bestimmte Ordnung und Struktur erhalten bleiben, an der sich die Kinder orientieren können. Die Hauptaufgabe der Erzieher:innen ist es die Materialien und Werkzeuge bereitzustellen und die Kinder zu ermuntern mit den Werkzeugen etwas zu schaffen. Wichtig ist es dabei, dass die Materialien vielfältig gestaltbar sind, eine bestimmte Qualität besitzen und auch gleichermaßen Mädchen und Jungen ansprechen. Die  Kinder haben in der Werkstatt die Möglichkeit aus den Materialien etwas zu produzieren. Sie können planen, entwickeln, ausprobieren.

Der pädagogische Ansatz der Werkstattarbeit zielt darauf ab Kindern die  Möglichkeit zum selbstbestimmten Lernen zu geben und die Selbstständigkeit zu fördern. Mit dem Konzept sollen Kinder mit Herz, Hirn und Hand - im Sinne Pestalozzis – arbeiten, forschen und spielen. Exemplarisch soll hier eine Bauwerkstatt erklärt werden. Hier finden Kinder Materialien wie Bauklötze mit unterschiedlicher Qualität und Schwere zum Beispiel Kunststoff oder Naturmaterial. In einem anderen Bereich finden sie wiederum Bilder von Bauwerken, die sie nachzeichnen können und eine Holzwerkstatt in der man mit echtem Werkzeug basteln kann. So sollen sie sich die Kinder kreativ betätigen und mit neuen Werkzeugen oder Materialien arbeiten.

Dadurch, dass sie dabei entscheiden, was sie machen wollen, soll auch gleichzeitig selbstbestimmtes handeln erlernt und gefördert werden. 

Von Philip BehrendGründer„Was immer du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“

Literaturverzeichnis:

  • Tielemann, Marion (2016): Werkstatt(t)räume : Werkstatt(t)räume für Kitas 12 Werkstattbilderbücher von Atelier bis ZaBu. Verlag das Netz: Berlin.
  • van Dieken, Christel (2010): Kinderkunstwerkstatt– ein Handbuch zur ästhetischen Bildung von Kindern unter drei Jahren. Verlag Das Netz, Berlin.