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Kind zeichnet einen Regenbogen

Reggio Pädagogik

Von Philip Behrend21.04.2021

In dem Konzept der Reggio-Pädagogik werden reformpädagogische Ansätze mit neuen innovativen Ideen der Kindererziehung verknüpft. Reggio-Pädagogik stellt das Kind in den Mittelpunkt und ist kein starres Konzept, sondern eine Denkrichtung zur Kindererziehung.

Philosophie & Pädagogik 

 Das Konzept der Reggio-Pädagogik ist benannt nach der gleichnamigen Stadt Reggio Emilia in Italien. Reggio ist sozusagen auf Kindergartenpädagogik spezialisiert. In den 1920er Jahren wurden dort bereits erste Kindergärten gegründet.Als Gründervater des Ansatzes der Reggio-Pädagogik gilt Loris Malaguzzi. Er war ursprünglich Lehrer und wurde in den 1970er Jahren von der Stadt mit der Führung der städtischen Kitas beauftragt. Malaguzzi's Idee war es reformpädagogische Ansätze, wie beispielsweise von Maria Montessori oder Célestin Freinet mit aktuellen und innovativen Ideen zu verknüpfen. In die Reggio-Pädagogik flossen somit Ansätze wie jener von Howard Gardner der multiplen Intelligenz oder der ökologische Pädagogik ein. Von daher stellt die Reggio-Pädagogik auch kein theoretisches Konzept dar, sondern ist als eine philosophische Denkrichtung über Kinder und Kindererziehung aufzufassen.

Ko-Konstruktivismus als Prämisse

 In der Reggio-Pädagogik wird das Kind als Forscher, Entdecker und Künstler wahrgenommen. Kinder haben von Natur aus innewohnende Potenziale, die sich von selbst formen. Das Kind weiß somit selbst, was es braucht und kann seine Entfaltung selbst lenken und steuern. In der Reggio-Pädagogik ist das Kind sozusagen selbst Lenker seiner eigenen Entwicklung. Die Pädagogen: Innen fungieren in der Reggio-Pädagogik hauptsächlich als Beobachter: Innen. Sie sollen die Lernfortschritte der Kinder dokumentieren und haben weniger Aufgaben von – damals – klassischen Erzieher: Innen. Eine wichtiger Bestandteil in der Reggio-Pädagogik sind auch Räume, die quasi als dritte Erzieher fungieren. Das heißt die Erwachsenen sollen für die Kinder Funktionsräume gestalten, wie beispielsweise Werkstätten, in denen die Kinder die Möglichkeit – in ihrem eigenen Lerntempo – Angebote auszuprobieren, zu forschen, zu entdecken oder sich künstlerisch zu betätigen.

Das innovative an der Reggio-Pädagogik ist sein ko-konstruktivistischer Zugang. Die Konstruktion von Bedeutung geschieht in einem gemeinschaftlichen Prozess. Erwachsene und Kindern diskutieren, interpretieren und teilen ihre Ansicht über bestimmte Sachverhalte, wodurch wiederum Weltbilder und Meinungen geschaffen werden. Die Grundprämisse ist dabei, dass jedes Individuum seine Umwelt selbst erlebt und für sich – gemäß seinen Erfahrungen und konstruierten Ansichten – interpretiert. Der Ansatz der Reggio-Pädagogik wird in  Reggio heutzutage noch immer angewandt und findet auch Eingang in die pädagogische Erziehung in Deutschland.

Von Philip BehrendGründer„Was immer du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“

Literaturverzeichnis:

  • Knauf, Tassilo (2000): Reggio-Pädagogik. Ein italienischer Beitrag zur konsequenten Kindorientierung in der Elementarerziehung. In: Fthenakis, Wassilios E.; Textor, Martin R. (Hrsg.): Pädagogische Ansätze im Kindergarten. Weinheim: Beltz, S. 181-2001