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Freinet Pädagogik

Von Philip Behrend21.04.2021

Der pädagogische Ansatz geht auf Celestin Freinet zurück und stellt die Entwicklung des Kindes in den Mittelpunkt der erzieherischen Tätigkeit. Zentral ist in dem  Reformpädagogischen Ansatz von Freinet die Verbindung von Pädagogik und Politik, Schule und Demokratie.

Celestine Freinet - Portrait

Eine Pädagogik für das Volk

Célestin Freinet wurde 1896 in Frankreich als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg, dabei wurde er schwer an der Lunge verwundet, was er knapp überlebte. Die Verletzung veranlasste ihn dazu nach Ende des Ersten Weltkriegs Lehrer zu werden. 1934 kreierte Freinet daraus seinen eigenen pädagogischen Ansatz. Der Pädagoge engagierte sich im Zweiten Weltkrieg im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und verstarb 1966. Sein Ansatz zeichnet sich vor allem dadurch aus, eine Pädagogik für das Volk zu sein.

Erzieher:in zeigt einem Kind das töpfern

Arbeit – zentrales Element des Konzepts

In der Pädagogik von Freinet – ähnlich wie bei Maria Montessori – wird die pädagogische Entwicklung von Kindern mit dem Thema Beschäftigung verknüpft. Kinder streben, gemäß Freinet, danach zu lernen und sich kreativ und handwerklich zu betätigen. Sie haben sozusagen einen Schaffensdrang und dieser soll von den Pädagogen: Innen gefördert und unterstützt werden. So sind die Kinder in der Freinet-Pädagogik auch nicht mehr passiv an die Schulbänke gebunden und zum Zuhören gezwungen, sondern sie sollen aktiv am Unterricht teilnehmen dürfen und von den Pädagogen: Innen sogar dazu aufgefordert werden.  Freinet nennt dafür folgende Möglichkeiten: 

  • Referate und andere Textsorten ausarbeiten
  • Handwerkliche oder künstlerische Betätigung
  • Naturwissenschaftliche Experimente durchführen
  • Druckerpressen benutzen 

Die Lehrmittel sind im Ansatz von Freinet Naturmaterialien, Arbeitsbibliothek und Bücher oder Werkzeuge, weniger in Verwendung sind klassische Schulbücher und Schulhefte. Die Kinder sollen  – wie bei Pestalozzi oder Fröbel – mit Herz, Hirn und Verstand lernen. Der Unterricht soll von Schüler: Innen und Lehrer: Innen gemeinsam gestaltet werden. Zentrales Element ist es die Selbstbestimmung und die Eigenverantwortung der Kinder zu fördern. Lehrer: Innen haben daher vor allem eine helfende, beratende und unterstützende Funktion. Gemäß Freinet sollen die Kinder ihre Bedürfnisse erkennen und sich als Teil einer Gemeinschaft begreifen. Die Freiheit alles zu tun, solange es die anderen nicht einschränkt, ist die Prämisse in diesem pädagogischen Konzept, das auch noch heute fundamentaler Bestandteil in Unterrichtsentwürfen in Europa ist.

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Von Philip BehrendGründer„Was immer du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“

Literaturverzeichnis:

  • Eichelberger, Harald (2003): Freinet-Pädagogik und die moderne Schule. Innsbruck: Studienverlag.